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Letzte Aenderung: 05.05.2008
Kinder: Sehen und Schielen
(Aus der Broschüre der Orthoptisten-Vereinigung: www.orthoptics.ch)
Störungsmuster bei Kindern:
Greift Ihr Kind oft daneben?
Stolpert es auffällig viel bei Gehversuchen oder verhält es sich
zeitweise sehr ungeschickt?
Hat es vielleicht Mühe beim Lesen und/oder Schreiben?
Diese Auffälligkeiten können oft durch eine Sehstörung bedingt sein,
welche von blossem Auge zwar nicht leicht erkennbar, aber dennoch in
den meisten Fällen sehr gut therapierbar ist.
Weitere Alarmzeichen sind:
Schielen ab dem 6. Lebensmonat (ein Schielen wächst sich NIE aus!)
Augenzittern
Ein oder beide Augen sind oft gerötet
Pupille scheint grau statt schwarz
Ein oder beide Augen sind aussergewöhnlich gross
Herunterhängen eines Lides
Eingeschränkte Augenbeweglichkeit
Am Verhalten:
Wenn ein Kind lichtempfindlich ist
oft die Augen reibt
oft blinzelt
zeitweise ein Auge zukneift
den Kopf schief hält
Wenn ein Kind ...
oft stolpert, sich zeitweise
ungeschickt verhält, oft daneben greift
ein Bilderbuch oder Gegenstände sehr nahe vor die Augen nimmt
sehr nahe an den Fernseher heranrückt
beide Augen zusammenkneift, um an den Fernsehbildschirm oder an die
Wandtafel zu sehen
beim Lesen und Schreiben undeutlich, verschwommen sieht
über oder unter den Linien schreibt
beim Lesen, Schreiben oder Fernsehschauen öfters die Augen schliesst
beim Lesen oder Schreiben schnell ermüdet, Augenbrennen angibt oder
tränende Augen zeigt
häufig über Kopfschmerzen klagt
manchmal doppelt sieht
Konzentrationsprobleme hat
Falls in Ihrer Familie Sehfehler (Brillenträger, Schieler) bekannt
sind, so empfiehlt es sich ebenfalls, präventiv eine Augenuntersuchung
vorzunehmen - auch dann, wenn Sie bei Ihrem Kind keine Auffälligkeiten
bemerken.
Sehentwicklung und deren Störung, Vorsorgeuntersuchung:
Das Sehen und die Zusammenarbeit beider Augen entwickeln sich
grösstenteils im ersten Lebensjahr, sind allerdings bis zum Alter von
ca. 10 Jahren noch störungsanfällig. Jede Störung, welche die
Sehentwicklung beeinträchtigt, führt zu Sehbehinderungen. Schielen ist
zum Beispiel eine solche Störung, die dazu führt, dass Ihr Kind nur
eines seiner beiden Augen aktiv zum Sehen benutzt. Dadurch kann sich
die Sehschärfe am schielenden Auge nicht entwickeln und Ihr Kind hat
eine Sehschwäche.
Die Gefahr, dass eine solche Sehschwäche zu spät erkannt wird, ist bei
Kindern mit auffälligen Schielwinkeln zwar gering, doch kaum sichtbare
Schielabweichungen mit Sehschwäche werden meist zu spät entdeckt. Dann
ist eine Verbesserung auch durch intensive Therapie kaum mehr möglich.
Daneben gibt es auch Sehschwächen, die nicht durch ein Schielen
verursacht werden. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen der
Brechkraft der Augen wie Kurz- und Weitsichtigkeit sowie
Hornhautverkrümmung, welche dieAusbildung einer normalen Sehschärfe
verhindern oder verschlechtern und die fast immer mit Hilfe einer
Brille behoben werden können.
Für eine erfolgreichere Behandlung von kindlichen Sehstörungen ist eine
Früherkennung besonders wichtig! Denn je früher die Sehschwäche
entdeckt und therapiert wird, desto besser stehen die Chancen, eine
volle Sehschärfe zu erreichen und Dauerschäden können erfolgreicher
vermieden werden. Professionelle Vorsorgeuntersuchungen, welche niemals
zu früh durchgeführt werden können, sind bereits ab dem vierten
Lebensmonat möglich.
Die Untersuchung wird von der Krankenkasse übernommen.