Homepage Augenarztpraxis Dr. R. Osusky in Altdorf UR < Rundgang > sitemap Willkommen home
geändert 5.5.2008

Augenerkrankungen /-veränderungen

Inhaltsverzeichnis

1. Brechkraft des Auges:
Weitsichtigkeit (Hyperopie)
Normalsichtigkeit (Emmetropie)
Kurzsichtigkeit (Myopie)
Stabsichtigkeit (Astigmatismus)
2. Schielen
Verstecktes Schielen (Winkelfehlsichtigkeit, Phorie, Esophorie, Exophorie)
Begleitschielen (konkommitanter Strabismus, Esotropie, Exotropie)
Lähmungsschielen (paralytischer Strabismus)
3. Alterssichtigkeit (Presbyopie)
4. Gesicht und Augenhöhle
Entzündung des Tränensackes (Dakryocystitis)
5. Vordere Bulbusabschnitte (Lider, Bindehaut, Lederhaut, Hornhaut, Regenbogenhaut)
Lidrandentzündung (Blepharitis)
Gerstenkorn (Chalazion)
Lidfehlstellungen (Entropium oder Ectropium)
Flügelfell (Pterygium)
Bindehautentzündung (Konjunktivitis, besondere Bindehautentzündung: trockenes Auge)
Hornhautverletzungen
Regenbogenhautentzündung (Iritis)
6. Linse Grauer Star (Katarakt) und Operation
7. Hintere Bulbusabschnitte (Glaskörper, Netzhaut, Aderhaut, Sehnervkopf)
Diabetische Netzhautveränderungen: Diabetische Retinopathie
Glaskörper- und Netzhautabhebung (hintere Glaskörperabhebung und Amotio retinae)
Altersbedingte Sehsternabnützung (senile Makuladegeneration)
8. Augendruck Grüner Star (Glaukom)


1. Brechkraft des Auges

Weitsichtigkeit (Hyperopie):
Der Seheindruck ist schärfer in die Weite und schlechter in die Nähe, daher das Wort Weitsichtigkeit. Im Kindesalter erhöht die Weitsichtigkeit die Neigung  zum Schielen als auch zum verminderten Sehen. Eine nicht korrigierte Weitsichtigkeit verursacht Kopfschmerzen, vor allem beim Lesen oder anderer Naharbeit. Korrektur: Brille / Kontaktlinse

Normalsichtigkeit (Emetropie):
Zustand des Auges, bei welchem die Augenlänge und Brechkraft der Hornhaut und Linse zueinander passen.

Kurzsichtigkeit (Myopie):
Der Seheindruck ist schärfer in der Nähe als in der Ferne,- in der „Kürze“ - daher das Wort Kurzsichtigkeit. Z.B. Kinder haben Mühe an die Wandtafel zu sehen und Abbildungen mit dem Hellraumprojektor zu erkennen. Erwachsene haben Mühe bei der Fahrt auf der Autobahn, Schilder und Ausfahrten rechtzeitig zu erkennen. Korrektur: Brille / Kontaktlinse.

Stabsichtigkeit (Astigmatismus):
Die Brechkraft des Auges unterscheidet sich in horizontaler, vertikaler oder schrägen Richtungen. Ein Kreis wird zu einer Ellipse verzeichnet. Ursache dafür ist meistens eine Hornhautverkrümmung. Die Sicht ist fern und nah vermindert. Die Stabsichtigkeit kann zu Kopfschmerzen bei Naharbeit und zum Schielen/Sehschwäche in der Kindheit führen. Korrektur: Brille / Kontaktlinse. Bei Kindern auch zur Behandlung der Sehschwäche.

Zum Inhaltsverzeichnis


2. Schielen


Verstecktes Schielen (Winkelfehlsichtigkeit, Phorie, Esophorie, Exophorie):
Bei idealer Entwicklung des beidäugigen Einfachsehens blicken beide Augen auf denselben Punkt. Bei weniger idealer Entwicklung ist dies erst der Fall, wenn das Gehirn die Augenstellung nachkorrigiert, bis das Einfachsehen eintritt. Das Abweichen des Auges beim versteckten Schielen kann sichtbar gemacht werden, wenn das beidäugige Sehen unterbrochen wird, z.B. durch Abdecken eines Auges. Alkoholexzess kann die Hirnleistung so weit mindern, dass es die Nachkorrektur der Augenstellung nicht mehr schafft, und das versteckte Schielen in ein offensichtliches Begleitschielen übergeht mit der Folge, dass ein Doppelsehen auftritt (man sieht z.B. die Fahrbahn 2 x, obwohl nur eine vorhanden ist).
Diese Schielform ist häufig und verursacht selten Beschwerden, welche von Missempfindungen bis zu Kopfschmerzen reichen können.

Die Unterformen werden benannt je nach der Abweichrichtung des Auges nach aussen (Exophorie), innen (Esophorie) oder in die Höhe (Höhenschielen).

Die Linderung der Beschwerden, wenn nötig und sinnvoll, erfolgt durch Prismen in der Brille oder Augenübungen.

Begleitschielen (konkomitanter Strabismus, Esotropie, Exotropie):
Dies ist ein offensichtliches Schielen. Nach der Geburt entwickelt sich das beidäugige Einfachsehen. Dafür müssen beide Augen einen gleichwertigen Seheindruck an das Gehirn liefern, wo es verarbeitet wird. Ist die Sehinformation des einen Auges minderwertiger im Vergleich zum anderen, so wird die hochwertigere Sehinformation gebraucht, die minderwertige ausgeblendet. Das beidäugige Sehen, das die Augen ausrichtet, geht dadurch verloren und das ausgeblendete Auge kann in eine Schielstellung übergehen. Je früher ein Schielen nach der Geburt auftritt, umso unreifer ist das Steuerungssystem der Augenbewegungen und umso schlechter sind die Aussichten auf Normalisierung. Ein schielendes Kind gehört in die Behandlung einer/s Augenärzt/In, da Schielen unterschiedliche Ursachen haben kann. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei der häufigsten Ursache des Schielens (unkorrigierte Brechkraftfehler) erhält das Kind eine Brille und ev. eine Schwachsichtigkeitsbehandlung durch Abdecken des besser sehenden Auges.

Je nach Abweichungsrichtung des Auges wird ein Einwärtsschielen (Esotropie), Auswärtsschielen (Exotropie) und weitere unterformen unterschieden.

Kleinwinkliges Schielen kann interessant machen, wie z.B. der Silberblick der Monalisa. Groswinkliges Schielen erweckt den (unberechtigten) Eindruck, dumm und doof zu sein.

Lähmungsschielen (paralytischer Strabismus):
Die Muskelaktivität wird durch das Gehirn reguliert. Nerven sind Leitungen, welche das Gehirn mit dem Muskel verbinden. Funktionieren Nerven oder Gehirnanteile nicht, so bewegt sich der Muskel nicht, wie er soll und die bewegen sich nicht zusammen. Durch das Voneinanderbewegen der Augen treten Doppelbilder auf, welche charakteristischer Weise in einer Blickrichtung stärker auseinander weichen als in anderen. D.h. das Doppelbild eines Gegenstandes ist weiter auseinander in einer Blickrichtung als in den anderen.

Da Doppelbilder sehr störend sind, kommen Patienten rasch zum Augenärzt/In. Die Ursachen für ein Lähmungsschielen sind manigfaltig. Es gehört zur Aufgabe des Augenarztes, nach den Ursachen zu suchen und eine entsprechende Behandlung in die Wege zu leiten. Das Abdecken eines Auges schafft Linderung.

Zum Inhaltsverzeichnis


3. Alterssichtigkeit (Presbyopie)


Alterssichtigkeit (Presbyopie):
Zunehmende Unfähigkeit,  ein Bild in der Nähe scharf zu sehen. Für die Seheinstellung in der Nähe muss sich die körpereigene Linse abkugeln, wofür die Elastizität der Linse als auch das Nachlassen des Muskelzugs auf die Linse notwendig sind. Die Elastizität der Linse nimmt im Verlaufe des Lebens ab, so dass die Linse zunehmend starr wird. Der fortlaufende Minderung der Linseneigenschafft sich abzukugeln, verunmöglicht etwa mit 45 Jahren die Scharfeinstellung unter die Distanz um 40-50 cm, so dass die meisten Menschen in diesem Alter ihre erste Lesebrillen benötigen. Korrektur: Nahzusatz bei der Brille / spezielle Kontaktlinse.

Zum Inhaltsverzeichnis


4. Gesicht und Augenhöhle


Gesichtsknochenbrüche, welche die knöchernde Augenhöhlenbegrenzung einbeziehen, können die Innenstrukturen der Augenhöhle verletzen und so zu Doppelbildern führen.
Die knöchernde Augenhöhlenbegrenzung grenzt an Nebennasenhöhlen: Oben an die Stirnhöhle, gegen die Nase zu an Siebbeinzellen, hinten an die Keilbeinhöhle und unten an die Oberkieferhöhle. Entzündungen der Nebennasenhöhlen kommen relativ häufig vor. Selten kann das Entzündungssekret nicht gegen die Nase abfliessen, sondern sich durch den Knochen in die Augenhöhle ausbreiten. Dann werden die Lider geschwollen, die Bindehaut rot und der Augapfel unbeweglich. Behandelt wird mit Antibiotika und später mit einer chirurgischen Ausräumung der Nebennasenhöhlen.

Gewebsschwellung bei Schilddrüsenerkrankungen kommen selten bis sehr selten vor und verlagern das Auge gegen vorne oder vorn seitlicht.

Entzündung des Tränensackes (Dakryocystitis):
Der Hauptanteil der Tränen (Tränenwasser) wird in der Tränendrüse gebildet und durch den Lidschlag über das Auge verteilt.  Die  Flüssigkeit fliesst danach über den Tränenpunkt in den Tränensack und in die Nasenhöhle. Von dort in den Rachen und wird verschluckt. Falls der Kanal zwischen dem Tränensack und Nase verstopft, können sich Bakterien im Tränensack ansammeln, vermehren und eine Entzündung verursachen. Diese äussert sich in einer Rötung, Schwellung und Schmerzen unter dem inneren Lidwinkel. Behandlung im akuten Stadium mit Antibiotika, nach Abheilung ev. Operation.

Zum Inhaltsverzeichnis


5. Vordere Augapfelabschnitte (Lider, Bindehaut, Lederhaut, Hornhaut, Regenbogenhaut)


Lidrandentzündung (Blepharitis):
Die Entzündung der Lidränder, häufig in Form einer chronischen Entzündung, tritt häufige bei Personen mit fettiger Haut auf. Andere Ursachen könnten trockene Augen, ungenügende Korrektur der Augenbrechkraft, Augenanstrengung und Unbekanntes sein. Die Behandlung besteht in Lidhygiene, Entzündungshemmung mit Augenropfen und Entlastung der Augenanstrengung durch eine Brille (wenn nötig).

Gerstenkorn (Chalazion):
ist ein Entzündungen der Fettdrüsen im Lid auch Urseli oder „Very“ genannt.  Die Behandlung besteht im akuten Entzündungsstadium in kalten Umschlägen und im chronischen Stadium in warmen Umschlägen.


Lidfehlstellungen (Entropium oder Ektropium):
In Folge von altersbedingtem Verlust der Lidschichtenarchitektur kann sich das Lid entweder nach innen (Entropium) oder nach aussen (Ektropium) kehren. Bei Entropium reiben die Wimpern auf der Hornhaut. Dies führt zu Entzündung, Fremdkörpergefühl und Geschwürbildung auf der Hornhaut. Man kann versuchen mit Heftpflasterzug das Unterlid am Hineinrollen zu hindern, erfolgreicher ist jedoch eine Operation.

Das umgekehrte ist das Auswärtsrollen des Lides (Ektropium). Die Bindehaut der Innenfläche des Lides wird sichtbar und trocknet aus.

Die Behandlung beider Liderfehlstellungen besteht meistend in der operativen Sanierung der Fehlstellung.

Flügelfell (Pterygium):
Vorwachsen der Bindehaut auf die Hornhaut meistens auf der, der Nase zugewandten Seite der Bindehaut. Die Verdickung der Bindehaut führt zur ungleichen Verteilung der Tränenflüssigkeit während des Lidschlages und so zur Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Daraus ergeben sich Beschwerden wie beim trockenen Auge. Zusätzlich ist das Flügelfell häufiger gereizt und entzündet. Wenn das Flügelfell zu weit gegen das Zentrum der Hornhaut vor wächst, kann es zu Sehminderung führen. Die Behandlung erfolgt operativ. In einem Drittel der Fälle bildet sich das Flügelfell jedoch erneut.  

Bindehautentzündung (Konjunktivitis, besondere Bindehautentzündung: trockenes Auge):

Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Ursache haben wie z.B.:
- Reizung durch chemische Stoffe
- Fremdkörper
- Infektion mit Viren, Bakterien und Pilze.
- Augentrockenheit

Allen Formen ist gemeinsam, dass die Bindehaut gerötet ist, Sand- oder Fremdkörpergefühl verursacht und im unterschiedlichen Ausmaß zum Tränen, Sekretbildung und Jucken führt.

Die einfachste Behandlung besteht im Auswaschen der Augen mit Kochsalz - Wasser (ein TL Kochsalz auf einen Liter abgekochtes Wasser).

Bindehautentzündung bei trockenen Augen:

Dies ist eine häufige Erkankung in der zweiten Lebenshälfte.

An trockene Augen kann man denken, wenn ein Augenbrennen beim Autofahren oder Fernsehen oder am  Computer, am Anfang oder am Ende der Heizperiode, bei Windzug auftritt. Die Augen können sich auch trocken anfühlen, sie können gerötet oder einfach leicht reizbar sein. Sandgefühl oder Fremdkörpergefühl, Stechen und Brennen der Augen gehören auch zu den Beschwerden, die bei trockenen Augen auftreten. Etwas schwieriger zu verstehen ist das Tränen - das so genannte paradoxe Tränen.


Normalerweise sind die Augen gleichmässig befeuchtet. Bei trockenen Augen trocknet die Augenoberfläche aus, was zur reflektorischen Reizung des Tränenflusses führt. Dieser erfolgt im Übermass, so dass die betroffene Person die Augentränen abtupfen muss. Nach dem schwallartigen Tränenfluss beginnen die Augen erneut auszutrocknen und es kommt erneut zur reizbedingten, vermehrten Tränenbildung. So muss die betroffene Person die Augen immer und immer wieder abtupfen, was als das paradoxe Tränen bezeichnet wird. Nun zu den Ursachen.

Zu den häufigen Ursachen gehören Medikamente, welche die Tränenbildung vermindern. Weiter nimmt mit dem Alter die Tränenflüssigkeit ab. Auch Müdigkeit, Genuss von Alkohol und Nikotin, trockene Luft bei Heizungen, aus Klimaanlagen, Zugluft verschlimmern die Situation. Ganz ausgeprägt trockene Augen kommen bei Krankheiten vor, welche die Tränendrüse zerstören und die Tränenflüssigkeit intensiv ersetzt werden muss.

Die einfachste Abhilfe bei milder Augentrockenheit verschafft das Anfeuchten der Lider bei geschlossenen Augen. Durch die Kapillarsaugwirkung des Spaltes zwischen den geschlossenen Lidern gelangt etwas Wasser in den Bindehautsack. Dadurch wird das Auge angefeuchtet. Medikamentös stehen viele Tränenersatzmittel zur Verfügung in Form von Augentropfen und Augengels. Auch die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kann Linderung verschaffen. Weiter kann man versuchen bei Zugluft bewusst zu blinzeln, Brille zu tragen, genügend und regelmäßig zu schlafen, ausreichend zu trinken, Zigarettenrauch zu meiden und Schminke am Abend sorgfältig zu entfernen.


Hornhautverletzungen:
Oberflächliche Hornhautverletzungen entstehen entweder durch das Aufkratzen der Hornhautoberfläche oder durch das Festhaken von Fremdkörpern an der Hornhautoberfläche. Da die Hornhaut sehr dicht mit schmerzempfindlichen Nervenfasern versorgt ist, verursachen oberflächliche Verletzungen starke Schmerzen.
Als Beispiele von Hornhautverletzungen können genannt werden: Fingernagelkratzer eines Kleinkindes im Auge der Mutter (unabsichtlich), Verletzungen der Hornhaut beim Abtrocknen des Gesichtes mit einem Tuch beim halboffenen Augen, Verletzungen durch Äste und fliegende Gegenstände. Da die Verletzung am schnellsten bei geschlossenem Lid heilt,  lohnt es sich zu versuchen, in einem abgedunkeltem Raum mit geschlossenen Augen zu liegen und Musik hören, respektiv zu schlafen. Meistens sind die Schmerzen aber so stark, dass die betreffende Person einen Augenarzt aufsucht. Hornhautfremdkörper sollten entfernt werden.

Regenbogenhautentzündung (Iritis):
Hier handelt es sich um die Entzündung der Aderhaut mit ihren vorderen Anteilen. Die Entzündung der Regenbogenhaut verursacht Kopfschmerzen, starke Blendungsempfindungen, welche ebenfalls zu Kopfschmerzen führt. Zusätzlich kann auch eine Sehverminderung auftreten. Die Ursachen der Regenbogenhautentzündung sind meistens Erkrankungen des Körpers, bei welchen die Regenbogenhaut mit in das Krankheitsgeschehen einbezogen wird. Da die Regenbodenhautentzündung zu Komplikationen im Auge führen kann, gehört deren Behandlung in die Hände eines Augenarztes resp. einer Augenärztin. (Weiteres bei Deutscher Uveitis-Arbeitsgemeinschaft:   www.duag.org)

Zum Inhaltsverzeichnis


6. Linse


Grauer Star (Katarakt):
Der graue Star heißt im Fachausdruck Katarakt und steht für die Trübung der sonst klaren Augenlinse. Folgende Beschwerden können Erscheinungen eines grauen Stares sein: Zunehmende Blendung, Schattierung und Verdoppelung von Gegenständen beim Blick mit einem Auge, zunehmende Sehverminderung, Entsättigung von Blautönen.

Was ist eigentlich der graue Star?
Die Augenlinse besteht aus Eiweißen, welche speziell gebaut sind, so dass die Transparenz der Linse über Jahrzehnte erhalten bleibt. Wird der Aufbau dieser Eiweiße gestört, so kommt es zu Trübungen in der Linse. Diese können ein Ausmaß erreichen, welches zur perlmuttweißen Trübung der Linse führt. Dann erscheint die getrübte Augenlinse weißlich grau in der Pupille. Wegen dieses Aussehens erhielt die Erkrankung den Namen grauer Star.
 
Der graue Star kann in jedem Lebensalter vorkommen. So können gewisse Störungen der Augenentwicklung im Mutterleib, schwere und mittelschwere Augenverletzungen, Entzündungen des Augeninneren, Augenoperationen und gewisse Medikamente zur Entwicklung des grauen Stares beitragen. Am häufigsten sind jedoch altersbedingte Veränderungen der Linse, die so zwingend kommen wie das Grau-werden der Haare. Das heisst, dass man nur genügend alt werden muss, um den grauen Star zu bekommen.

Wie wird der graue Star behandelt?
Nach dem bis heute keine wirksame Augentropfen und Medikamente bekannt sind, welche dem grauen Star entgegenwirken, wird der Star operiert. Bei der Operation wird der Augapfel am Übergang von Hornhaut zur Lederhaut unter dem Oberlid aufgeschnitten, durch diesen Schnitt wird der trübe Linseninhalt entfernt und eine Plastiklinse ins Auge platziert. Durch die Plastiklinse wird der Verlust der optischen Linsenwirkung ausgeglichen. Postoperativ erhalten Patienten entzündungshemmende Augentropfen und mit einer Verzögerung von 2 Monaten ein Rezept für ein neues Brillenglas, welches den veränderten Verhältnissen angepasst ist.
Der graue Star soll operiert werden, wenn die Sehkraft nicht genügt, um die täglichen Sehaufgaben zu erfüllen. Ferner wenn die Sehkraft ungenügend bezüglich gesetzlicher Mindestanforderungen ( z. B. Autofahren, Bahngleisarbeiter, Lokomotivführer) ist.


Zum Inhaltsverzeichnis


7. Hintere Bulbusabschnitte (Glaskörper, Netzhaut, Aderhaut, Sehnerv)

Zum besseren Verständnis möchte ich den Augenbau in Erinnerung rufen. Die Augenwand ist drei-schichtig gebaut. Innen ist die Licht empfindliche Netzhaut, darüber die Aderhaut (von BlutADERn abgeleitet), welche dem eigentlichen ernährenden "Darm" des Auges entspricht und aussen die Lederhaut (von Leder abgeleitet), welche für die Stabilität des Augapfels sorgt. Vorne übergeht die Lederhaut in die Hornhaut und die Aderhaut in die Regenbogenhaut. Innen ist das Auge nicht hohl. Das Augeninnere beinhaltet ein gelartiges Gewebe, den Glaskörper, welche die Stabilität des Auges erhöht. Die Linse zusammen mit der Hornhaut gehören zum optischen Apparat des Auges, welches den Seheindruck auf der Netzhaut scharf stellt.

Glaskörperabhebung

Als Folge von Alterveränderungen bricht die regelmässige Struktur des ballförmigen Glaskörpers zusammen und endet mit dem Aussehen eines Balls mit wenig Luft. Die feinen Faserchen des Glaskörpers verklumpten und erscheinen wie umherfliegende Fliegen. Dieser Seheindruck entpsricht Schatten, welche die Trübungen auf die Netzhaut werfen.
Hinweise auf eine Glaskörperabhebung sind: Kurzfristige, weniger als eine Sekunde dauernde Blitze am Morgen früh oder am Abend spät, viele Trübungen, welche wie Mücken herumschweben.

Die Glaskörperabhebung an und für sich bedarf keiner Behandlung.

Netzhautlöcher

Bei dem Zusammenbruch der Glaskörperarchitektur löst sich der Glaskörper von der Netzhaut ab. Dies meistens ohne Komplikationen. Wenn krankhaft der Glaskörper der Netzhaut anhaftet, können bei der Glaskörperabhebung Löcher in die Netzhaut gerissen werden. Dabei können auch Gefässe gerissen werden, aus welchen Blut ins Auginnere eintritt.
Hinweise auf eine Netzhautlochbildung sind: kurzfristige, weniger als eine Sekunde dauernde Blitze am Morgen früh oder am Abend spät. Wolken oder Wahrnehmung eines "Russregens" als Hinweis auf eine Blutung oder keine Beschwerden. Daher sollte Sie bei Blitzen und Mücken zum Augenarzt gehen, Ihre Augen untersuchen zu lassen.

Die Netzhautlöcher werden mit Laserkoagulationen umstellt und vernarben. Falls eine Behandlung nicht rechtzeitig erfolgt, dann der verflüssigte Glaskörper durch das Netzhautloch unter die Netzhaut fliessen und eine Netzhautabhebung verursachen.


Netzhautabhebung (Amotio retinae):

Entstehung siehe vorherigen Absatz.

Hinweise auf eine bereits erfolgte Netzhautabhebung: grossflächiger Schatten, Wand oder Vorhang, den es nicht gibt.
Eine Netzhautabhebung muss operiert werden, sonst erblindet das Auge.


Diabetische Netzhautveränderungen: Diabetische Retinopathie:
Der Diabetes oder Zuckerkrankheit nehmen an Häufigkeit zu. Der hohe Blutzucker führt zu Störung der Gefässfunktion. Am Auge wirkt sich dies vor allem in der Durchblutungsstörung der Netzhaut aus. Die Netzhaut schwillt an. Es treten kleinere und später größere Blutungen der Netzhaut auf. Stellenweise ist die Netzhaut durch Sauerstoff so schlecht versorgt, dass sich neue Gefässe zu bilden beginnen, um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Aus diesen Gefässen kann es leicht ins Augeninnere bluten. Die veränderten Nezthautstellen werden mit dem Laser behandelt.
Was kann der Diabetiker zu meiner Augengesundheit beitragen?
Er soll/kann darauf achten, dass der Blutzucker so gut wie möglich eingestellt ist und der Blutdruck normale Werte aufweist.



Zum Inhaltsverzeichnis

8. Augendruck


Grüner Star (Glaukom):
Die Sehinformation hat die Netzhaut in elektrische Impulse umgewandelt, welche über den Sehnerv zum Gehirn geleitet und dort zu Bildern zusammengesetzt werden. Beim grünen Star oder erhöhtem Augendruck stirbt der Sehnerv langsam ab. Die Informationsübertragung vom Auge zum Gehirn wird unterbrochen vergleichbar mit einem Verbindungskabel zwischen dem Telefonhörer und dem Telefonapparat, welches durchgeschnitten wurde. Das Fehlen der Verbindung vom Auge zum Gehirn führt zur Erblindung. Das Absterben des Sehnerv wird durch Drosselung der Ernährung bewirkt, sodass eine schlechte Durchblutung und ein erhöhter Augendruck diesen Prozess beschleunigen. Z.Z. kann nur der erhöhte Augendruck medikamentös behandelt (gesenkt) werden.

Das heimtückische an der Krankheit ist, dass die leichte Erhöhung des Augendruckes keine Beschwerden verursacht, obwohl sie den Sehnerv zu schädigen vermag. Dies erfolgt langsam über Jahre und Jahrzehnte. In anderen Worten heisst das, dass der Betroffene erst die Erblindung bemerkt. Die Leute sind aufgeklärt, dass sie ab 40 zum Augenarzt zur Augendruckmessung und Augenbeurteilung gehen sollten, um nach Augenerkrankungen zu suchen. Dies deshalb, da ab dem vierzigsten Altersjahr die Häufigkeit des Grünen Stars zu nimmt und um das siebzigste Altersjahr den Häufigkeitsgipfel erreicht. Bei pigmentierten Menschenrassen tritt der Grüne Star früher auf. Diese Personen sollten bereits mit dem dreissigsten Lebensjahr zum ersten Mal zum Augenarzt gehen.

Es gibt unterschiedliche Unterformen des Grünen Stars. Beim akuten Grünen Star kommt es zu einer schmerzhaften Augendruck Erhöhung. Das Auge ist gerötet, die Schmerzen breiten sich über die Augenbraue zur Stirn aus und können bei weiterer Steigerung der Intensität zu starken Kopfschmerzen, ja sogar zum Erbrechen führen. Bei dieser Unterform wird der Abfluss aus dem Auge durch die Regenbogenhaut verstopft.

Bei der häufigsten Unterform des Grünen Stares mit Abflussverengung aus dem Auge kommt es lediglich zu der bereits beschriebenen leichten Augendruckerhöhung, welche keine Beschwerden verursacht.

Was können Sie als Patient tun?
Lassen Sie sich Ihren Augendruck und den Sehnervenkopf vom Augenarzt (besser als vom Optiker) untersuchen und beurteilen. Falls notwendig, führen Sie die Behandlung mit augendrucksenkenden Augentropfen regelmässig durch. Es handelt sich um eine prophylaktische Vorbeugung der Erblindung in Form einer chronischen Behandlung.


Zum Inhaltsverzeichnis